Bleibt alles anders?

„Was du durch ein Objektiv erblickst, was dir ins Auge fällt und dich deine Kamera auf etwas richten lässt, ist äußerst subjektiv. Fotografie ist nicht Wahrheit. Fotograf:innen interpretieren das, was sie vor sich haben. Du komponierst, man könnte sogar sagen, du erträumst die Realität, die sich dir durch dieses kleine Fenster bietet. Selbst wenn Du etwas zum ersten Mal durch dein Objektiv siehst, verbindet dein Auge das Gesehene mit deinem Selbst und deinen Erfahrungen zu einem Gesamteindruck: Das ist die Sprache der Fotografie. Die Aufgabe von Fotograf:innen besteht darin, das eigene Wesen in das Gesehene einfließen zu lassen, die Wirklichkeit in Poesie zu verwandeln.“ (Graciela Iturbide)

„Man kann es wahlweise als existenzialistische oder als buddhistische Übung bezeichnen, so oder so müssen wir wohl lernen, etwas bewirken zu wollen, ohne uns davon abhängig zu machen, was und wie viel wir tatsächlich bewirken. Der Effekt auf uns selbst, darauf, wer wir sind, wie wir unsere Würde in den für die Menschheit furchtbar peinlichen Krisen wahren können, dieser Effekt wäre jedenfalls schon mal groß.“ (Bernd Ulrich, „Wie halten wir das alles aus?“, in: DIE ZEIT Nr. 04/2026 – 21. Januar 2026)